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» Europä.Igel

*Der europäische Igel:(Erinaceus europaeus)

Auf dieser Seite findet ihr:

*Steckbrief

*Winterschlaf

*Ein "Findelkind" - ein Igelchen im Herbst

*Steckbrief:

Der europäische Igel kann eine Körperlänge von 22-30cm erreichen, bei einem Gewicht von bis zu 1700g.

(Weibchen werden in der Regel kleiner als die Männchen)

Gesicht und Bauchseite sind mit einem grau-braunen Fell bedeckt und auf dem Rücken und im Kopfbereich befinden sich etliche 2-3cm lange Stacheln.

Der europäische Igel ist wie alle Igelarten Dämmerungs- und Nachtaktiv.

Nahrung:
Der europäische Igel ist ein Insektenfresser!

Der Hauptbestandteil ihrer Nahrung besteht somit aus:

*Käfern/Laufkäfern*Ohrwürmer*Nachtschmetterlingslarven*Tausendfüssler
*Regenwürmer
(vereinzelt auch Schlangen, Mäuse, Schnecken und Obst)

Fortpflanzung:

Die Paarungszeit der Igel beginnt bereits
*Ende April und erstreckt sich bis Mitte August
-wobei die ersten Paarungsversuche meist erfolglos verlaufen!

Nach einer durchschnittlichen Tragzeit von 35Tagen bringt das Igelweibchen 1-10 (durchschnittlich aber um die5) Igelbabys zur Welt.

Die Jungen wiegen bei der Geburt um die 12-25g.

*Augen und Ohren sind noch geschlossen
- diese öffnen sich erst ca. ab dem 14.Lebenstag.

*Die Milchzähne stossen ab dem 21.Lebenstag durch.

*Im Alter von 3 bis 3 1/2 Wochen verlassen die Jungen erstmals auf der Suche nach fester Nahrung das Nest.

*Sie werden aber noch bis zur ca. 6. Woche gesäugt.

Lebenserwartung:

Igel können bis zu sieben Jahre alt werden.

Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass

*die Todesrate bei Jungigeln enorm hoch ist!

*Sie liegt bei 60-80%, die das erste Lebensjahr nicht überleben!

*Die meisten Tiere sterben während des Winterschlafs.

*Von 1000 Igeln werden nur sieben Tiere sechs bis sieben Jahre alt!

 *Winterschlaf:

Der europäische Igel ist der einzige Insektenfresser, der Winterschlaf hält.

Um gut über den Winter zu kommen beginnt er bereits im Herbst sich einen Fettvorrat anzufressen.

Der beginn des Winterschlafes ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

*Wetter (manchmal ist es zum Ende des Herbstes hin schon kälter)

*Nahrungsangebot (findet der Igel viel Futter und kann sich früher eine Fettschicht anfressen...)

*Gewicht (ein dickerer Igel legt sich früher zum Winterschlaf als etwa dünnere und/oder kranke und schwache Tiere)

*Tage vor dem Winterschlaf nimmt der Igel keine Nahrung mehr zu sich, um seinen Darm zu entleeren.

Während des Winterschlafes:

*sinkt die Körpertemperatur ab und nähert sich der Umgebungstemperatur an

*Die Körpertemperatur sinkt niemals unter 4-5°C ab.

*Die Stoffwechselvorgänge werden reduziert ( auf ca.1,5% der Normalwerte)

*Die Atmung wird vermindert (von 40-50 Atemzügen pro Minute auf 3-4 )

*Das Herz schlägt langsamer (statt 170-200 mal pro Minute nur noch 2-12 mal.)

*Es kann vorkommen, das Atmung und Herzschlag für einige Minuten aussetzen!

*Verdauungsvorgänge laufen viel langsamer ab.

*Nervenimpulse werden wesentlich langsamer weitergeleitet.

*Diese Veränderungen können den Igel dann tot erscheinen lassen (also bevor ihr ihn beerdigen wollt bitte überprüfen, ob ihr einen toten oder lediglich fest schlafenden Igel entdeckt habt!)

*Sinkt die Außentemperatur allerdings unter einen Minimumwert, wird der Igel durch ein inneres Alarmsystem geweckt, damit er nicht erfriert!

*Trotz der herabgesetzten Körperfunktionen benötigt der Igel Brennstoff!

*Diese bezieht er aus den angefressenen Fettreserven.

Wie viel Gewicht der Igel letzendlich für seinen Winterschlaf braucht, hängt von jedem Igelchen selbst und den Ihm gegebenen Faktoren wie z.B. Wetter, Nahrungsangebot, Zustand des Igelchens usw. ab!

Insgesammt verbraucht er während des Winterschlafes ca. 15-40& seines Gewichtes.

Wenn ihr einen Igel beim Winterschlaf entdeckt, versucht ihn möglichst NICHT zu stören, denn der Aufwachvorgang benötigt sehr viel Energie, sodass ein zu häufiges Aufwachen schädlich bis tödlich für das Stachelchen enden kann!

Wie und Wo überwintert ein Igel im Freien?!

*Normalerweise sucht sich der Igel einen ungestörten, windgeschützten Platz zur Überwinterung aus.

*Ideal sind beispielsweise:

*hohle Bäume*verlassene Kaninchennester*Hecken*Reisigberge
*Holzstösse*Baumstümpfe*dichtes Gebüsch*Kompost- und Laubhaufen

sind diese Angebote nicht vorhanden kann man Igelchen des weiteren in:

*Gartenhäuschen*Schuppen*Scheunen* Kellerschächten

finden.

Hat der Igel einen perfekten Platz zum Überwintern gefunden, sammelt er:

*Laub (macht den grössten Anteil aus!)*Gras*Moos

zusammen.

Ist genügend Material auf einem Haufen, budellt sich Igelchen in die Mitte und dreht sich, bis ein kugelförmiger Innenraum entstanden ist.
Der Bau besitzt eine unheimlich gute Isolation, denn die Innentemperatur fallen selbst bei extremen Aussentemperaturen nie unter 1°Cab.(Durchschnittlich liegen sie dort bei 1°C-5°C)

Die gesammten Bauarbeiten dauern in der Regel zwischen 2Nächten und einer Woche an! 

Ein „Findelkind“ - ein Igelchen im Herbst!

 

Unterbringung:

Die Unterbringung sollte ausbruchssicher sein. Dem Igel sollte ein Schlafhäuschen als Versteck- und Unterschlupfmöglichkeit zur Verfügung stehen.

Als Bodengrund können mehrere Lagen Zeitungspapier, Laub oder Stroh dienen. 

Solange der Igel „nur“ aufgepäppelt werden muss bzw. Gewicht zulegen muss, jedoch keine Krankheit besteht, sollte er auf alle Fälle draußen gehalten werden, sprich auf dem Balkon, in der Garage, Garten ect...also möglicht nah an der Außentemperatur! 

Welche Igel brauchen Hilfe?

Nicht alle Igel brauchen auch unsere Hilfe! Aber wenn, dann sollte die Hilfe die Richtige sein! 

*Verletzte Igel

- nach einem Unfall, oder einer Begegnung mit anderen Haustieren wie Hund und Katze ect.

*Kranke Igel

- oftmals Merkmal eines kranken Igels:

*sie sind tagsüber auf Futtersuche

*in warmen Jahreszeiten sitzen auf ihnen Schmeißfliegen, die ihre Eier ablegen

*sie sind apathisch, rollen sich kaum ein

*sind oft mager

*ihre Augen sind eingefallen oder schlitzförmig (stehen normalerweise halbkugelförmig hervor) 

*verwaiste Igelsäuglinge

-findet man meist tagsüber außerhalb des Nestes

-können die Augen geschlossen haben

-können sich kalt anfühlen

-ist dies der Fall benötigen sie dringend Hilfe

*Igel, die im Spätherbst untergewichtig wirken

-Igel sollten ein Gewicht ab 600gr. Aufwärts haben!

- wer im Spätherbst einen Igel findet, der schlank bzw. mager wirkt und unter 550g wiegt, sollte ihn bis zur Auswilderung aufpäppeln oder in eine Päppelstation bringen! 

*Igel, die bei Wintereinbruch, Dauerfrost und/oder Schnee herumlaufen

- auch diese findet man hauptsächlich tagsüber oder zur Dämmerung

- meist sind es schwache oder kranke (Alt)tiere oder Igeljunge, die zu spät geboren wurden und durch mangelndes Nahrungsangebot kein ausreichendes Fettpolster angefressen haben 

Ernährung:

*Igel sollten stets abwechslungsreich ernährt werden! 

Zur Grundernährung können dienen:

*Katzen- oder Hundedosenfutter

*Eier (hartgekocht oder als Rührei) – Rührei bitte ohne alles anbraten, sprich keine Gewürze ect.

*Hackfleisch (kurz anbraten, nie roh)

*Geflügelfleisch (gekocht) 

Des weiteren benötigen die Igel „Ballaststoffe“ in form von: 

*Igeltrockenfutter (in Zoofachgeschäften erhältlich)

*Weizenkleie

*Haferflocken 

Es kann durchaus ein kleiner „Schuss“ Maiskeimöl hinzugefügt werden, da dieser für den Igel wichtige Enzyme enthält. 

Die Nahrungsmittel können und sollten gemischt angeboten werden...eine alleinige Fütterung mit Dosenfutter ist zu unterlassen.

Dem Igel kann durchaus ein wenig Katzentrockenfutter angeboten werden. Auch das im Handel erhältliche Igeltrockenfutter ist als alleiniges Futtermittel nicht geeignet.

Im Handel angebotene Insekten (Mehlwürmer, Heuschrecken, Zophobas, Schaben ect.) können dem Igel durchaus als „Leckerli“ mit angeboten werden! 

(Tipp: Wer das „gekrabbel“ nicht mag, kann die Insekten für ca. 10-15 Minuten in den Tiefkühler stellen! Sie sind dann nicht tot, nur in eine Art Kältestarre verfallen und lassen sich problemlos einzeln entnehmen!) 

Die Futtermenge richtet sich nach Zustand, Gewicht und Körpergröße des Igels.

Ein Mittelgroßer Igel frisst ca. 150 gr. (ein Joghurtbecher voll) am Tag. 

Gefüttert werden sollte regelmäßig einmal pro Tag. Vorzugsweise Abends. 

Sollte jedoch ein krankes oder schwaches Tier vorhanden sein, dass das Futter nur in kleinen Mengen zu sich nehmen kann, sollte selbstverständlich kontinuierlich Futter zur Verfügung stehen.

Die alten Futterreste sollten täglich entfernt und der Napf vor jedem Neugebrauch mit heißem Wasser ausgespült werden.

Wichtig ist, dass dem Igelchen täglich(!) frisches Wasser zur Verfügung stehen sollte! 

Was NICHT! gefüttert werden darf:

-         Milchprodukte: Käse, Quark, Joghurt usw.

-         Nüsse, Rosinen

-         Brei für Menschenkinder

-         Obst: Äpfel, Birnen, Bananen etc.

-         Gemüse: Salat, Möhren etc. 

Aufgrund der Anatomie des Magen-Darm Traktes, sind Igel nicht dazu in der Lage, pflanzliche Nahrung zu verdauen und zu verwerten! Dass Igel sich von Obst ernähren ist mittlerweile wiederlegt! Sieht man einen Igel an einem Stück Fallobst, dann haben ihn lediglich die daran befindlichen Insekten wie Würmer ect. Gelockt!

Ein vegetarisch ernährter Igel wird Mangelerscheinungen aufweisen und stirbt! 

Kontrollpunkte:

Was ist zu tun, wenn ein Igel gefunden wurde? 

Es ist ratsam, ein sogenanntes „Pflegeprotokoll“ anzulegen.

Dieses sollte

*Datum

*Uhrzeit

*Fundstelle

und Angaben zum Tier wie:

*Größe

*Gewicht

*Verletzungen

*Auffälligkeiten

enthalten.

Auch können hier folgende Tierarztbesuche, Medikamentengaben, Fütterungsmengen, Gewichtszunahmen ect. eingetragen werden.

So hat man einen wichtigen Überblick über die Entwicklung der Tiere. 

Gewicht:

*Ein Igel der ausgemergelt ist sollte Anfangs täglich, später wöchentlich gewogen werden!

Bei Tieren die einen enormen Aufholbedarf haben, kann es sein, dass sie täglich 15- 20gr zulegen.

Normal ist 10 bis 15gr. Pro Tag. 

Einen unterkühlten Igel erkennen:

 Einen unterkühlten Igel erkennt man daran, dass seine Bauchunterseite deutlich kälter als die eigene Handfläche ist! In diesem Fall sollte eine Wärmflasche mit einem Handtuch herum gereicht werden. (Bitte darauf achten, dass das Handtuch keine Fäden ect. ziehen kann und sich das Igelchen somit nicht verletzt!) 

Tierarzt und/oder Igelnotstation aufsuchen:

Man sollte auf alle Fälle einen Tierarzt oder eine Notstation aufsuchen!

Diese können beim Entfernen von Innen- und Außenparasiten behilflich sein und eventuelle Krankheiten und Verletzungen zuverlässig behandeln. 

Bitte legt nicht selber mit eventuellen „Hausmittelchen“ oder gerade vorhandenen „Präparaten“ Hand an das Igelchen! Sie verfügen über einen empfindlichen Organismus, der schnell gestört werden kann! 

Hilfreiche Links zum Thema:

www.igelschutzberlin.de

www.igelstation-ratingen.de

www.pro-igel.de

http://www.aulehla-live.de/

http://www.igelhilfe.de/