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Die Zucht des afrikanischen Weissbauchigels

 

Viele Igelbesitzer stehen einmal vor dem Wunsch züchten zu wollen.
Sei es, weil sie diese Tiere so faszinieren, dass sie sie einfach 
„weiter in Umlauf“ bringen wollen,
weil man das „Wunder“ einer Geburt und Aufzucht erleben möchte...
oder aus welchen Gründen auch immer!
Gerade das Jahr 2006 , in dem ein regelrechter „Igelhype“ ausbrach ,
 zeigte uns, wie wichtig es ist, sich im
 VORHINEIN intensiv mit dem Gedanken, dem 
„Für und Wider“ und den Grundlagen einer Zucht zu befassen! 
 
Wie ich bereits im Ratgeber unter der Überschrift „Verpaarungswunsch“ 
erwähnte, ist es denkbar einfach Igel nach zu züchten! 
Alles was man benötigt ist ein Weibchen und ein Männchen -
aufeinander setzen - und gut ist...
NEIN, dann ist es nicht gut und so einfach ist es leider auch nicht.
Oder sagen wir mal - sollte es nicht sein!
 
Zu einer verantwortungsvollen und arterhaltenden Zucht 
gehört weit aus mehr! 
Die mit einer Zucht zusammenhängenden Dinge 
zu beachten und zu wissen. 
Eine Verpaarung führt auch Verpflichtungen mit sich, 
die einen gewissen Respekt und Schutz dieser Tiere voraussetzt! 
 
*Um zu züchten sollte man sich einmal mit der 
Genetik der Tiere auseinandersetzen,
 zumindest wenn man plant auf die Farbzucht weiter einzugehen
und man gesunde NZ haben möchte.
 
*Man sollte sich vor der Zucht bereits mit diesen Tieren befasst haben 
und zumindest die wichtigsten Daten genauestens kennen!
(Hierzu gehören Grundwissen wie: Haltung, Ernährung, Umgang, 
aber auch Geschlechtsreife, Tragzeit, Dauer der Stillzeit usw.)
 
*Man sollte wissen, ob man sich zutraut, auch einmal in
 „kritischen Phasen“
 ein- oder mehrere Jungtiere mit der Hand aufzuziehen.
Dies kann der Fall sein, wenn eine Mutter ihre Kinder verstößt, 
oder nicht genug Milch produziert, 
ein Jungtier in der Gruppe zurückbleibt oder was auch immer.
Hierzu sollten die Kenntnisse,
 der Willen und die entsprechenden Mittel zur Verfügung stehen!
 
*Vor der Zucht sollte jedes Tier einer tierärztlichen Untersuchung 
unterzogen werden, um sicher zu gehen, 
dass man nur gesunde Tiere zur Zucht einsetzt!
Auch bei Tieren, die einmal eine ernsthafte Erkrankung hatten
 sollte sicher gestellt sein, dass sie weiterhin 
(oder überhaupt) zuchttauglich sind!
Es sollte ebenfalls bei Tieren aus bekannter Inzuchtverpaarung 
oder mit bekannten Erbschäden oder Fehlern 
abgeklärt werden, ob sie für eine Zucht geeignet sind!
 
Nur wenn man auch einwandfreie Zuchttiere einsetzt, hat man
 die Sicherheit,
 dass die Nachzuchten gesund und einwandfrei sind!
 
*Für die Zucht sollten nur Tiere eingesetzt werden 
dessen Herkunft bekannt ist!
 Dies ist nötig, um auszuschließen, dass betreffende Tiere durch Inzucht entstanden sind 
bzw. um auszuschließen, dass die Tiere untereinander verwandt sind!
 
*Tiere, die zur Zucht eingesetzt werden, sollten ein bestimmtes 
Mindestalter haben.
 Dies ist besonders bei weiblichen Tieren wichtig!
Auch wenn Weissbauchigel mit 8 Wochen geschlechtsreif sind, 
sollte man ihnen einige Monate der Aufzucht gönnen, 
damit sie die nötigen Kräfte und Ressourcen für eine 
Geburt und die Aufzucht der Jungen sammeln können!
Außerdem sollte jedes Tier das Recht haben seine 
„Kindheit“ zu genießen!
 
*Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass auch diese Tiere (leider) 
eine „Modeerscheinung“ sind -
und gerade in den letzten Jahren viele „Züchter“ in Erscheinung 
getreten sind, die hauptsächlich standartfarbende Tiere nachziehen!
Daher ist die Nachfrage nach Standarttieren nicht mehr allzu groß, 
wie in der Vergangenheit! Mittlerweile kann man dies auch auf
Pintovarianten und andere Farbformen überleiten!
 
Man sollte sich daher Gedanken darüber machen,
 ob man genug Abnehmer für seine eigenen Nachzuchten hat, 
auch wenn einmal mehr männliche als weibliche Tiere fallen sollten!
 
*Die Möglichkeit die schwangere und später säugende Mutter 
zu separieren, sollte ebenfalls bestehen, damit sie die Möglichkeit der 
ruhigen und entspannten Geburt und Aufzucht bekommt.
 
*Auch sollte nach der Aufzucht der Jungen eine 
mehrmonatige Zuchtpause 
gewährleistet sein!
Diese sollte die Igelin zur Entspannung und zum 
Sammeln von Kräften nutzen können.
Nur so ist eine erfolgreiche und auch 
für die Mutter stressfreie Zucht gewährleistet!


Wer nur züchten will um sich ein kleines „Taschengeld“ dazu zu verdienen,
 dem sei hiermit noch einmal gesagt:
Mit der Igelzucht lässt sich KEIN (oder kaum) Geld verdienen!
Zumindest in einer verantwortungsvollen Zucht fließt das gesamte Geld in die
 Anschaffung, Pflege, Zucht und Haltung sowie Tierarztbesuche der Tiere!
Alles was dann noch übrig bleibt ist allerhöchstens ein Minimum!
 
Man solltet also vorher wissen 
auf was man sich  bei der Zucht dieser Tiere einlässt
 und wirklich nur züchten, wenn man das 
entsprechende Wissen und die Verantwortung 
diesen Tieren gegenüber hat!
 
Kurz noch ein Wort zum viel diskutierten Thema Inzucht:
Es besteht ein Unterschied (zuchttechnisch gesehen) zwischen 
Inzucht und Linienzucht!
Inzucht kann schwere Folgeschäden für spätere Generationen
 mit sich führen und somit auch die 
„Qualität“ der Jungtiere schwer beeinträchtigen!
 
Inwiefern jeder in seiner Zucht mit Linienzucht arbeitet und ob diese
beim mittlerweile ausreichenden Genpool wirklich notwendig ist,
 sollte jedem selbst überlassen sein.
 Allerdings sollte Inzucht zum Schutz der Tiere und der Arterhaltung
 streng vermieden werden!