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» 1.Igelnotfall

*Igelqualen*

-Igelnotfall vom 01.06.06-

Warum erwähnen wir explizit diesen Notfall? Nun, es würden in all den Jahren noch weitere folgen, aber dies war unsere erste echte Begegnung mit einem Notfall dieser Art und Tiere, die mehr als nur professioneller Hilfe bedurften...

Namen und Firmen wurden in diesem Bericht absichtlich ausgelassen.

Die kleine Silence hat diese Qualen nicht überlebt!

Wir sind am 01.06.2006 in ein Zoofachgeschäft gefahren, da m
ir von einem Bekannten mitgeteilt wurde, dass sich in dieser Geschäftsstelle Weißbauchigel in fragwürdigem Zustand befänden.

Als wir dort eintrafen, konnten wir nicht fassen was für ein Bild sich uns bot. 2Terrarien mit Weißbauchigeln, ein kleines Terra mit Mutter und 2Kindern und eins mit 2 Igeln, sowie 2Babys.

An der Scheibe stand: zzt kein Verkauf wegen Nachwuchs!

Die Futternäpfe waren randvoll mit Essen (Igeltrockenfutter ca 500g, KARTOFFELN, Schilkrötenfutter, Zophobas und eins fast leer mit verschmutztem Wasser. - wohlgemerkt alles in einem Terra)

Wir entdeckten sofort, dass das eine Igelchen völlig zerbissene Beine hatte und kaum laufen konnte, zudem war es noch völlig überfettet.

Als ich eine Verkäuferin bat mir die Igel mal zu zeigen, öffnete sie das Terra, hob das Häusschen - und erschrak, weil statt 4Igelbabys nur noch2 da waren.

Als ich die Mutter sah, schossen mir die Tränen in die Augen!

Ich hatte ein Häufchen Elend in der Hand mit einer riesigen eitrigen offenen Wunde am Bein, schuppiger, trockener Haut, trockener Nase, verklebtem After, geschundenen Beinchen und völlig kraftlos. Sie lag nur so da in meinen Händen, völlig wehrlos und wollte sich gar nicht mehr bewegen, sie wirkte froh über das bisschen Ruhe.

Und da wusste ich, dass ich sie auf gar keinen Fall da lassen würde!

Und dann noch die zwei Zwerge, die da hilflos und nach Wärme und Futter suchend durchs Terra streiften, angeblich zwischen drei und vier Wochen alt. Ich schätze sie auf höchstens 3Wochen +/-, denn sie hatten grad die Augen geöffnet! Wir verlangten nach dem Geschäftsführer, während ein anderer Mitarbeiter mit folgenden Worten gegen eine Frau rebellierte, die die Situation zum kotzen fand und nur froh war, dass wir da waren und die Igelchen rausholen wollten: "Wieso drohen sie mit Veterinäramt(die andere Frau!)? Es gibt doch wohl noch schlimmere Einrichtungen." und "Wieso sollen wir denn einen Tierarzt rufen, was macht der denn groß? Der schmiert vielleicht ne Salbe rauf und es is völlig normal, dass wenn man mehrere gleichgeschlechtliche Tiere hällt, sie sich beissen!"

Die Verkäuferin war auch sichtlich erleichtert über unser Erscheinen und unser Fachwissen, denn sie meinte: "Irgendwer habe sie mal angeschleppt und keiner will sie haben oder sich kümmern - den Tieren geht es schlecht!" Das war ja nicht zu übersehen!.

Mit dem Chef brauchte ich gar nicht mehr lange zu diskutieren, er gab mir die Mutter und die Babys sofort (umsonst!) mit. Das andere würde sich, wenn es allein wär schon wieder erholen! "Sind ja eh Einzelgänger!" so er.

Kurz bevor wir gingen fragte mich die Verkäuferin noch, ob wir wüssten, ab wann man die Kinder von der Mutter trenne, da im zweiten Terra auch noch ca 8 Wochen alte Babys säßen. Das zweite Terra haben wir uns vor Schreck gar nicht richtig angeguckt: der Igel dort sah zwar besser aus, aber die Kleinen sind uns nicht aufgefallen. So hat sie sie uns auch noch mitgegeben, und war sichtlich froh und dankbar, ja erleichtert, dass wir uns nun (sehr gut) um die Kleinen kümmern würden.

Nun saßen noch, wie wir erfahren haben 1 Männchen im Lager und 1 Weibchen mit kaputten Beinen, deutlichem Übergewicht und schlechtem Allgemein- und Gemütszusand, sowie das Weibchen (Die Mutter von den Zwei grösseren Böckchen) im Laden! Aber die wollten sie uns partu nicht geben.Sie wurden jedoch durch die Unterstützung befreundeter Züchter befreit und einem TA vorgestellt. Diese Tiere haben nie einen Tierarzt zu Gesicht bekommen! Sie sind in einem miserablen Allgemeinzustand.

Das Männchen hat einen Pilz und einen riesigen geschwollenen Penis(Er saß im Lager!), Das eine Weibchen hat ein fast komplett abgeknappertes Bein und ein halbes und die dritte hat ja wie erwähnt völlig kaputte Beine!

Wir sind froh, dass wir die Mutter und die Babys mitbekommen haben.

Leider geht die Geschichte nicht ganz so gut zuende. Wir sind in der Nacht noch mit der Kleinen von uns , die Mutter der zwei Kleinen (Wir haben sie liebevoll Silence genannt, da sie ihr Schicksal so still ertragen hat!) in die Tierklinik gefahren, dort wurde sie erstmal notfallmässig versorgt: es sah schlecht um sie aus. Doch am Morgen hatten wir noch Hoffnung. Sie hatte ihre (wahrscheinlich das Erste Mal in ihrem Leben) erste ruhige Nacht, nur sie und die Babys . Wie muss das in diesem engen Terra gewesen sein?! Tagsüber die Kleinen säugen und sich Nachts gegen die Nebenbuhlerin verteidigen. Sie war völlig am Ende mit den Kräften, aber sie hatte tapfer gekämpft!.

Trotzdem sind am frühen Abend dann unsere Hoffnungen zerplatzt, denn die Kleine hat den Kampf verloren! Wir waren so optimistisch.

Nun mussten wir uns um ihre Kleinen kümmern: Destiny und Waschbär, waren völlig untergewichtig, nahmen aber von selbst Futter zu sich. Sie wurden später in liebevolle Liebhaberhände vermittelt.

Es stimmt mich zutiefst traurig, dass es möglich ist, dass Tiere noch immer (in einer öffentlichen Einrichtung!) so leiden und es möglich ist, diese Tiere ohne jegliches Fachwissen halten und vor allem weiterverkaufen zu können! Es ist so furchtbar, denn man fühlt sich so hilflos. Auch deshalb geben wir keines unserer Tiere in eine solche Einrichtung, auch, wenn sich die Bedingungen und das Wissen in den Jahren geändert haben.

Silence war so ein Engelchen, so verzweifelt. Wir hatten sie sofort ins Herz geschlossen.

Es ist uns später noch mehr zu Ohren gekommen über diese Ladenkette.

Alle Tiere fanden entweder Erlösung durch einen TA und/oder ein gutes Heim.

Sie waren in einem wirklich schlechten Zustand, wie ihr sicher erkennen könnt. Alle waren verpilzt, hatten angefressene oder verletzte Gliedmassen, tiefe Wunden, geschwollene Genitalien trockene, schuppige Haut und waren in einem sehr schlechten Allgemeinzustand.